Wir pflanzen einen Baum - 

gemeinsam Zukunft gestalten! 

Wichtige Informationen

Wenn Sie Pflanzideen haben, die nicht im eigenen Garten umgesetzt werden, dann halten sie bitte Rücksprache mit den Expert*innen im Landkreis Mühldorf: 

  • Unteren Naturschutzbehörde, Landratsamt Mühldorf
  • Landschaftspflegeverband Mühldorf, Landratsamt Mühldorf
  • BUND Naturschutz, Andreas Zahn
  • Wildland Stiftung Bayern, Christoph Schwitzke, 
  • Landesbund für Vogelschutz, Günther Weitzer

 

Alle Pflanzungen sind mit den Grundeigentümern und Grundstücksanliegern abzusprechen. Bitte achten Sie auf die gesetzlichen Grenzabstände (Infos:  

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayAGBGB-48)

Mehr Struktur in der landwirtschaftlichen Flur

Bäume haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild, sie geben einem Landschaftsraum eine Struktur und ein unverwechselbares Gesicht. Als Einzelobjekte prägen stattliche Bäume mit mächtigen Kronen viele gewordenen Kulturlandschaften. Bäume sind ein Kulturgut!

Gute Gründe, warum Bäume gepflanzt werden sollen:

  • Landschaftstypische und traditionelle Baumarten, die zum Versammeln und Ausruhen einladen. In Ihnen kann man klettern und unter Ihnen Grillen oder anderweitig den Feierabend genießen. Sie verfügen über eine eigene Präsenz und machen auch eine gepflasterte Hoffläche zu einem besonderen Ort. 
  • Orte wurden oft nach dem Baum benannt, z.B. da Bauer z`Linden 
  • Bäume in der Feldflur sind Landmarken, oft stehen Marterl oder Feldkreuze darunter 
  • Sie sind schöne Ziele für Sonntagsspaziergänge 
  • Ein Baum im Hof oder an der Zufahrt zum Hof wirkt imposant, sympathisch und einladend, gerade dann, wenn ein Betrieb ab Hof vermarktet, sind Bäume eine Zierde 
  • Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit ist eine Obstbaumallee an der Zufahrt zum Hof, sie wirkt attraktiv und einladend, bringt Früchte und Nahrung für Menschen und Insekten
  • Die Baumschule Oberloher in Rattenkirchen gibt 20% Rabatt auf alle heimischen Forst- und Wildgehölze!

Hier besser nicht pflanzen!

Flächen, die für den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt wichtig sind, ertragen keine Beschattung und manche Vögel meiden sogar Bäume, wie unsere heimischen Wiesenbrüter (Kiebitz, Großer Brachvogel, Feldlerche, Wiesenpieper)

Welche Orte und Flächen sind damit gemeint? 

  • Artenreiche Wiesen 
  • Südexponierte Hänge oder Trockenrasen 
  • Wiesenbrütergebiete (z.B. im Isental) 
  • Südseitig gelegene Flächen von Stillgewässern 


Bunte Bauernwiesen mit heimischen Wiesenkräutern brauchen viel Sonne, damit sie Pollen und Nektar für (Wild-)Bienen, Schmetterlinge & Co produzieren können. Auch die so raren südexponierten und offenen Steilhänge im Landkreis gilt es zu erhalten, da auf diesen Extremstandorten eine ganz besondere Fauna und Flora vorkommt. Wiesenbrüter brauchen offene Feldfluren, damit sie einen Überblick haben, wenn Gefahr in Verzug ist. Amphibien brauchen sonnenbeschienene Gewässer, damit sie ihren Nachwuchs groß bekommen.

Kartierte Biotope

Dort sollte eine Gehölzpflanzung nur mit Abstimmung der unteren Naturschutzbehörde erfolgen.

Wie findet man kartierte Biotope?
Im BayernAtlas - der Kartenviewer des Freistaates Bayern.
Dort kann man die Biotopkartierung für das Flachland aktiv schalten und bekommt einen Einblick der besonders wertvollen Flächen im Landkreis.

Ideen

Wichtige Pflanzorte:

  • Städt
  • Ortschaften
  • Ortsränder
  • Straßenränder

Die pflegeleichte Streuobstwiese

 

Um die aufwendige Pflege neuangelegter Obstwiesen zu vereinfachen, können die unten aufgelisteten Baum- und Straucharten zur Anlage einer „pflegleichten Streuobstwiese“ verwendet werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht erforderlich, doch sollte bei höher werdenden Arten in den ersten drei Jahren ein Erziehungsschnitt der Leittriebe zur Erzielung eines eher breiteren Wuchses erfolgen. Hinsichtlich der Funktion im Naturhaushalt, also beispielsweise als Lebensraum für Tiere, entspricht die pflegeleichte Streuobstwiese der herkömmlichen Obstwiese. Auch optisch ähnelt sie ihr sehr, die Baum­abstände sind etwas größer und manche Bäume etwas höher. Die Früchte der Gehölze können je nach Art für Marmeladen, Gelees und Kompott, Saft, Likör, Wein, Schnaps, oder "Rosinen" verwendet werden. 
Die Höhenangaben in der Tabelle sind als grobe Einschätzung zu verstehen. Soll die Obstwiese später maschinell gepflegt werden, sind Reihenabstände von 15 bis 18 m zu empfehlen. Die Pflanzabstände hängen ansonsten von der Obstart ab (Birnen, Kirschen, Elsbeere ca. 15 m, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Speierling, Vogelbeere ca. 8 m; bei Arten unter 8m Höhe sollte der Abstand etwa der Höhe entsprechen). 
Alle Sträucher können einzeln oder auch als dichte Hecke (z.B. als randliche Abgrenzung der Obstwiese) gepflanzt werden. Die Ernte ist in Hecken aber erschwert.  
Die Arten können gemischt gepflanzt werden, jedoch ist zu beachten, dass höhere Arten später niedrigerer Arten nicht stark beschatten. Arten mit dem Hinweis „Genehmigung“ dürfen in der freien Natur nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde gepflanzt werden. Arten mit dem Hinweis „feuerbrandgefährdet“ sind sehr anfällig für diese Pilzerkrankung. Schon beim ersten Auftreten müssen die Gehölze auf Stock gesetzt und anschließend hinsichtlich eines Neubefalls überwacht werden.

Beratung bei der Anlage einer pflegeleichten Streuobstwiese: Landratsamt Mühldorf am Inn, Kreisfachberater  Gartenbau, Stefan Zimmermann:  08631 699593, stefan.zimmermann@lra-mue.deAn der Erstellung dieser Liste haben mitgewirkt: Rosa Kugler, Matthias Nirschl, Dr. Wolfgang Voll, Dr. Andreas Zahn, Stefan Zimmermann 

 Schön und wichtig für die Natur: Hutebäume

Ein Hutebaum, auch Weidbaum, ist ein durch Beweidung (Hute) geformter Baum. Früher standen solche Bäume besonders dort, wo das Vieh gehütet wurde. Doch auch auf Koppeln waren Hutebäume ein geläufiges Bild. Meist handelte es sich um Eichen, deren Früchte auch von Haustieren gerne gefressen wurden. Weil sie überalterten und abstarben oder die Weide zu Ackerland wurde und man störende Bäume fällte, sind Hutebäume selten geworden.
Sie erfüllen jedoch viele Funktionen: 

  • Sie bieten dem Vieh Schatten 
  • Die Früchte werden von Haus- und Wildtieren geschätzt 
  • Vögel nutzen sie als Brutplatz 
  • Sie bieten vielen Insekten Lebensraum 
  • In Hitzesommern wächst im Halbschatten der Bäume länger frisches Gras
  • Sie verschönern das Landschaftsbild

Auf vielen Weiden können einzelne Hutebäume problemlos neu gepflanzt werden. Sehr gut eignen sich Eichen, an denen besonders viele Insekten vorkommen und die nach einigen Jahren vom Vieh kaum umgedrückt oder beschädigt werden. Doch auch Linden, Wildkirschen oder Wildbirnen kann man verwenden. Auf nassen Flächen eignen sich zudem Weiden, die man auch als Kopfweiden pflegen kann.


Was man beim Pflanzen von Hutebäumen beachten sollte:

  • Die Bäume sollten bereits mindestens 2 m hoch sein, die Krone oberhalb der Fresshöhe der jeweiligen Tierart beginnen (in der Regel > 1,8m, bei großen Ziegenrassen > 2m)
  • In den ersten Jahren ist ein Schutz notwendig. Entweder mechanisch durch eine Verbretterung, die vom Vieh nicht umgedrückt werden kann, oder durch einen Elektrozaun
  • Erst wenn die Stämme auf Brusthöhe ca. 20cm breit sind, kann auf den Schutz verzichtet werden. Bei Ziegen kann ein Schutz auf Dauer erforderlich sein.
  • Wo Wühlmäuse vorkommen, sollte bei der Pflanzung ein Wühlmausgitter verwendet werden.
  • In Wiesenbrütergebieten (Brutvorkommen von Kiebitz, Brachvogel, Braunkehlchen, Wachtelkönig) sollten keine Bäume gepflanzt werden. Vor einer Pflanzung von Hutebäumen daher Rücksprache mit der Naturschutzbehörde halten.
  • Eine staatliche Förderung der Pflanzung von Hutebäumen ist möglich. Auskunft erteilt die Naturschutzbehörde.

Text: BUND Naturschutz, Kreisgruppe Mühldorf/Inn, Prager Straße 6, 84478 Waldkraiburg